20.7.08

Vulkan Barva

Eine Wanderung zum Vulkan Barva beginnt normalerweise Sonntag früh um 6.30 Uhr an der Bushaltestelle der Busse nach San José de la Montaña in Heredia. Der Bus fährt bis Paso Llano und von da ab muss man laufen. Wir haben das am letzten Sonntag gemacht: Morgens los und mit dem letzten Tageslicht zurück. Ein Tag voller Natur und Abenteuer, mit Sonne und viel Regen zum Schluss, schmerzenden Beinen und klarer Luft.



Die erste Etappe nach der Busfahrt führte uns bis Sacramento. Früher ist der Bus sogar bis hierher gefahren, aber wegen der fragilen Brücken über die zahlreichen Flüsschen ist das wohl nicht mehr möglich. Die Strasse schlängelt sich stetig bergauf und das Geräusch der Wasserfälle begleitete uns fast den gesamten Weg bis Sacramento, wo wir nach etwa einer Stunde ankamen. Zur besten Sonntagsfrühstückszeit. Wir waren die ersten Gäste in "La Campesina" an diesem Tag und nach dem Frühstück á la Tica nahmen wir die zweite Etappe in Angriff. Unterwegs stellten wir fest, dass wir erst einige Kilometer später in Sacramento waren. Der Weg zog sich hin. Zum Glück war der Himmel bedeckt, so dass wir nicht noch unter der Sonne zu leiden hatten. Vor jeder Steigung waren wir voller Hoffnung, dass es die letzte wäre und wir den Eingang zum Nationalpark endlich erreicht hätten.
Gegen Mittag waren wir dann da. Eine Ansammlung von Autos und "cuadraciclos", Benzingestankin der Luft, ganze Grossfamilien - das Einfallstor zu "pura natura"?!
Im Park selbst verloren sie sich glücklicherweise nach ein paar hundert Metern und wir waren allein mit den alten, bewachsenen Bäumen. Auf dem "Sendero de Venado" wanderten wir durch einen wahrhaft verwun-schenen Wald. Nur Vogelgezwitscher und wir selbst durchbrachen die Stille.
Als wir den Pfad verliessen, begann es zu regnen. Nicht sehr stark, so dass wir beschlossen zur Lagune weiter zu wandern. Passend zum Wetter war der Weg von den sogenannten Regenschirmen der Armen gesäumt. Die Lagune erwies sich dann als der allgemeine Treffpunkt aller Parkbesucher. Nach einem kurzen und sehr entspannten Moment der Stille brachen wenigstens zwei der Grossfamilien mit Geschrei aus dem Wald und beschlossen, just auf der Plattform, auf der wir den Ausblick auf die Lagune und den umgebenden Berghang genossen, ihr Mittagsmahl einzunehmen.
Schade. Der Beginn des Rückweges war so eher eine Flucht. Für einen besinnlichen Abschied von diesem Ort war es zu laut und zunehmend auch zu nass. Beim Verlassen des Nationalparks regnete es schon stärker und in Sacramento goss es.
Ohne einen trockenen Faden am Leib und mit schmerzenden Gliedern, aber sehr zufrieden mit unserem Sonntag kamen wir am Abend wieder in Heredia an.

1 Kommentar:

silvia kruse hat gesagt…

Tja, Angelika, nun habe ich auch Lust, mal zum Barva zu kommen! Ich war 1985 zum letzten Mal dort!

Silvia